Winterreifen sorgen bei Schnee und Eis sicherlich für mehr Grip und damit auch für mehr Sicherheit. Ob die richtigen Schluffen an den Autos aber auch die Zahl der witterungsbedingten Unfälle reduzieren, daran haben die Kfz-Versicherer ihre Zweifel. Sie gehen jedenfalls nicht davon aus, aufgrund der vom Bundesrat beschlossenen und nunmehr in der Straßenverkehrsordnung verankerten Winterreifenpflicht weniger Schäden regulieren zu müssen. Daher sehen sie auch keine Veranlassung, die Beiträge für die Autoversicherung anzupassen.
Einer der Gründe, weshalb die Prämien nicht angerührt werden, ist schlichtweg, dass die meisten Deutschen ohnehin schon mit den richtigen Reifen unterwegs sind. Das Vergleichsportal Financescout24 wollte es genauer wissen. Die Umfrage ergab, dass rund 90 Prozent der Bundesbürger ihrem Fahrzeug passend zur kalten Jahreszeit einen Satz Winterreifen gönnen. Für sie bietet die Neuregelung jetzt nicht mehr und auch nicht weniger als eine gewisse Rechtssicherheit. Daher verwundert es auch nicht, dass über 30 Prozent die höheren Bußgelder für in Ordnung halten.
Vermisst wird lediglich ein fest umrissenes Zeitfenster, wann genau die für Eis, Matsch und Schnee geeigneten Reifen aufgezogen werden müssen. In der aktuellen Fassung greift die Pflicht bei „winterlichen Verhältnissen“ – ein Begriff, der sich durchaus dehnen lässt. Keine Zweifel lässt die Verordnung daran, welche Bereifung gewählt werden muss: Winter-, Allwetter- sowie M+S-Reifen. Wer der Polizei ohne diese Pneus über den Weg fährt, muss jetzt 40 statt 20 Euro berappen. Sollten die „falschen“ Reifen darüber hinaus den Straßenverkehr gefährden, sind 80 Euro fällig und gibt es einen Punkt in Flensburg.