Österreichische Kunden schauen bei der Kfz-Versicherung zuerst auf den Preis. Er steht mit 86 Prozent ganz vorne auf der Liste der Kriterien, anhand derer die Autoversicherung gewählt wird. Damit unterscheidet sich das Abschlussverhalten in der Alpenrepublik nur unwesentlich von dem in Deutschland. Das gilt auch für die weiteren Faktoren: unkomplizierte Schadensbearbeitung (78 Prozent), niedriger Selbstbehalt bei der Kaskoversicherung (47 Prozent) und das Produkt an sich (35 Prozent). Wie es um das Image des Kfz-Versicherers bestellt ist, kümmert hingegen nur 25 Prozent der Österreicher.
Diese Zahlen präsentierte jetzt die VAV Versicherungs-Aktiengesellschaft. Sie hat eine Studie zum Konsumentenverhalten bei der Kfz-Versicherung in Auftrag gegeben. Vornehmlich um sich ein Bild davon zu machen, welche Bedürfnisse die Kunden letztlich haben. Aktuell zeichnet sich eine Sparneigung ab, die einhergeht mit dem Wunsch nach einer differenzierten Tariflandschaft. Gespart wird vor allem bei der Kaskoversicherung. „Der Anteil derer, die eine Vollkaskoversicherung abgeschlossen haben, ist in den letzten beiden Jahren signifikant zurückgegangen“, erklärte der Generaldirektor der VAV, Dr. Norbert Griesmayr. Waren es 2008 noch 26 Prozent, haben in diesem Jahr nur 16 Prozent einen Vollkaskoschutz. Die Zahl derer, die nur eine Kfz-Haftpflichtversicherung abschließen, schnellte von 54 auf 63 Prozent nach oben.
Das Internet spielt für die Autoversicherung nur bedingt eine Rolle. Zwar verfügen in Österreich mehr als 70 Prozent der Verbraucher über einen Zugang zum World Wide Web. Allerdings informieren sich lediglich 24 Prozent von ihnen auch online über die Themen Kfz-Haftpflicht und Kaskoversicherung. Die Vorteile, die das Internet beim Einkauf bietet, greifen aus Sicht der Kunden bei Kfz-Policen (noch) nicht. Die Portale der Versicherer dienen den meisten vorerst nur als Informationsquelle, nicht aber als Vertriebsweg. Denn, so Dr. Griesmayr: „Das Internet ersetzt für die Kunden nicht das persönliche Gespräch mit ihrem Berater.“ Das belegen auch jährlich 50.000 Zugriffe auf die Maklersuche bei der VAV.