Das Auto nicht abschließen, Handy und Navigationsgerät in den Halterungen und das Notebook gut sichtbar auf dem Beifahrersitz liegen lassen. Warum nicht gleich einen Hinweis an die Scheiben pappen: Hier gibt es was zu holen! Klingt übertrieben? Wenn man sich die Zahlen des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV) in Österreich ansieht, nicht. Die Kriminalstatistik der Alpenrepublik weist immerhin 2.800 Diebstähle aus unverschlossenen Fahrzeugen auf. Hinzu kommen 25.000 Kfz-Einbrüche. Viel Arbeit für die Autoversicherungen. Allerdings lehnen sie jede Leistung ab, wenn der Halter sich nicht einmal die Mühe macht, den Schlüssel zu zücken und zu kontrollieren, dass die Türen tatsächlich verschlossen sind.
Da sich versierte Diebe auch von verschlossenen Fahrzeugen nicht abschrecken lassen und in der Regel nur wenige Sekunden benötigen, ein Auto aufzubrechen, gilt es, Begehrlichkeiten gar nicht erst zu wecken. Das ist meistens dann der Fall, wenn das Fahrzeug einer Auslage für Elektronikartikel gleicht. Ob Notebook, Smartphone oder Navi – sie sollten zumindest nicht sichtbar im Auto liegen. Das gilt auch für Handtaschen, Geldbörsen oder andere Wertgegenstände. Selbst die Halterung für das Navigationsgerät sollte von der Scheibe entfernt werden, wenn man das Auto verlässt. Das ist nicht viel Aufwand.
Das KfV rät, alles mitzunehmen. „Es nützt wenig, wenn die Geräte im Handschuhfach verstaut werden: Dort suchen die Täter als erstes“, weiß Anton Dunzendorfer, Leiter des Bereichs Forschung im Kuratorium für Verkehrssicherheit. Der größte Fehler, den die Kaskoversicherung mit Leistungsverweigerung bestraft, ist und bleibt aber, das Auto nicht abzuschließen. Das passiert teilweise auch unbewusst. Wenn die Batterien im Schlüssel zu schwach sind oder man den falschen Knopf erwischt, piept und blinkt das Auto zwar, die Türen bleiben aber unverschlossen. „Trotz optischer und akustischer Signale, die moderne Fahrzeuge beim Einrasten der Zentralverriegelung aussenden, ist der Griff zur Türschnalle immer noch das beste Mittel, um zu kontrollieren, ob die Türen auch tatsächlich versperrt sind“, empfiehlt das KfV – auch den Fahrern in der Bundesrepublik.