In den vergangenen Wochen haben viele Unternehmen angekündigt, die Prämien für neue Kfz-Versicherungen anzuheben. Von bis zu 15 Prozent war die Rede. Damit ist das Duell der Giganten aber noch nicht beendet. Denn die HUK-Coburg, inzwischen Nummer eins und vom Handelsblatt als „Schrittmacher der Branche“ bezeichnet, wird die Beiträge stabil halten. Klaus-Jürgen Heitmann, Vorstand der HUK sagt ohne Umschweife: „Der Preiskampf geht weiter, obwohl die Branche insgesamt Verluste schreibt.“
Grund sei der Verdrängungsmarkt, auf dem alles nur noch über den Preis laufe. Andere Kriterien seien bei der Autoversicherung inzwischen nachrangig. Für die Konkurrenz, insbesondere die Allianz, die ihre Marktführerschaft verloren hat, brechen damit schwere Zeiten an. Denn sie kämpft mit deutlich höheren Kosten als die HUK-Coburg und muss die Verluste senken. Das geht zum Teil nur mit höheren Prämien. Branchenweit betrug das Minus im vergangenen Jahr rund 700 Millionen Euro. Schäden und Kosten lagen also deutlich über den Prämieneinnahmen.
Für die Kunden hat Klaus-Jürgen Heitmann eine durchaus positive Nachricht: „Der Preistrend am Markt zeigt nicht nach oben, nur weil die Tarife im Frühjahr gestiegen sind.“ Von einem flächendeckenden Erholungssignal oder Entspannung könne noch keine Rede sein. Nach wie vor gehörten Rabatte zur Tagesordnung. Man müsse abwarten, wie sich die Preise entwickeln. Die HUK-Coburg werde dabei ganz sicher nicht den Vorreiter spielen. Sie profitiere von Kostenvorteilen und einem sehr guten Schadenmanagement.
Auch die übrigen Kfz-Versicherer üben sich in Zurückhaltung. Lediglich die Axa spricht angesichts des Anstiegs des Prämienniveaus um 1,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr von einer möglichen Trendwende. Die Mehrheit der Branche rechnet hingegen damit, dass das „Hauen und Stechen“ noch schlimmer werde, zumal 2010 voraussichtlich eine Millionen Neufahrzeuge weniger angemeldet werden. Ein Ausgleich sei nur über andere Sparten möglich, so Werner Rupp von der Nürnberger Versicherungsgruppe. Sie wird, wie auch Generali und Zurich, eher vorsichtig agieren und die Rabattschlacht nicht um jeden Preis mitmachen. „Hoffentlich kehrt auch im Markt wirtschaftliche Vernunft ein“, hofft Eduard Thometzek, Chef der deutschen Zurich.